Unterstützen Sie uns

Il conte Galen! Il conte Galen!

„WANDELT WIE KINDER DES LICHTES“
(Epheser V, 8)

Wir Eltern, Lehrer und Erzieher haben den Auftrag, die uns anvertrauten Kinderseelen zu jenem Licht zu führen, das ihr Leben und ihr Glück ausmachen wird. Jede Woche möchten wir Sie mit Zitaten von klugen Menschen und Zeitzeugen bekanntmachen, die unseren eigenen Weg erleuchten können. Sagte nicht der heilige Thomas von Aquin: „Schau nicht auf die Person, die redet, doch vertraue alles Gute, das Du hörst, Deinem Gedächtnis an.“ (aus den 16 Ratschlägen des heiligen Thomas von Aquin, „um den Schatz der Wissenschaft zu erlernen“). Viel Freude beim Lesen!

Hart werden! Fest bleiben! Wir sind in diesem Augenblick nicht Hammer, sondern Amboss. Andere, meist Fremde und Abtrünnige, hämmern auf uns, wollen mit Gewaltanwendung unser Volk, uns selbst, unsere Jugend, aus der geraden Haltung zu Gott verbiegen. Aber seht einmal zu in der Schmiede! Fragt den Schmiedemeister und lasst es euch von ihm sagen: Was auf dem Amboss geschmiedet wird, erhält seine Form nicht nur von dem Hammer, sondern auch vom Amboss. Der Amboss kann nicht und braucht auch nicht zurückzuschlagen, er muss nur fest, nur hart sein.

Bischof von Galen (1878-1946)
Ein Bischof gegen Hitler

„Rom, 21. Februar 1946. Der Zug der Kardinäle schlängelt sich in purpurroter Pracht durch das Hauptschiff der Petersbasilika. Das Herz der römischen Christenheit schlägt im Rhythmus der wogenden purpurroten Mäntel. Inmitten der Flut blutroter Gewänder schreiten die zweiunddreißig neuen Mitglieder des Konsistoriums voran, angeführt von ihren Vorgängern. (…) Die Scheinwerfer durchschneiden das bläuliche Halbdunkel der Basilika und beleuchten die Schultern der Neuankömmlinge. Ihr künstliches Licht fällt auf eine sehr hochgewachsene Gestalt, die die Schar der Kirchenfürsten um einen Kopf überragt. Die Blicke der Versammelten richten sich auf diese riesenhafte Gestalt, auf dieses Profil eines Ringers, auf dieses massive Gesicht mit der mächtigen Stirn. Wer ist er? Wer ist das? Ein Raunen geht durch die Menge, gleitet unter den Gewölben hindurch, verstärkt sich, schwillt zu einem wirren Grollen an und bricht in Applaus aus. Dann brandet von Säule zu Säule, von Arkade zu Arkade ein freudiger Jubel unter den riesigen, üppigen Gewölben im italienischen Stil hervor: „Il conte Galen! Il conte Galen!“ Die Zuschauer, die sich im Inneren der Basilika drängen, scheinen nur gekommen zu sein, um den „Grafen Galen“ zu bejubeln. Der Zug hält vor den Stufen des Throns. Galen löst sich aus der Gruppe. Er ist an der Reihe. Mit dem festen Schritt eines Landbewohners steigt er schwerfällig die Stufen hinauf. Hinter ihm tobt der Jubel. Doch er ist von der Feierlichkeit des Augenblicks erfüllt. In diesem Moment sinkt der Riese vor Pius XII. auf beide Knie, vor diesem Papst, der so schlank, so zerbrechlich, so versunken und doch so entschlossen wirkt. Sofort kehrt Stille in der Basilika ein. Man hört sogar das Rascheln der reich bestickten Gewänder. Dann setzt der Heilige Vater dem großen Mann ganz langsam den Kardinalshut auf. Die rituelle Formel ertönt. Der Papst beugt sich über den Kardinal, als wolle er ihn umarmen. Er flüstert ihm zu: „Gott segne Sie, Gott segne Deutschland!“ Pius XII. hatte Deutschland geliebt. Er hatte diese Ernennung zum Kardinal mit seinen drei Deutschen gewünscht. Neun Monate vor der Kapitulation des Reiches empfing Monsignore von Galen in Rom die Krönung seines Lebens, im Herzen jenes Roms, auf das sein Blick seit seiner Kindheit unaufhörlich gerichtet gewesen war.“

Jérôme Fehrenbach (1969)
Historiker


In die gleiche Kategorie « Unterricht », lesen Sie auch :
error: Content is protected !!