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Ein Anführer, ein Freund, ein Vater

„WANDELT WIE KINDER DES LICHTES“
(Epheser V, 8)

Wir Eltern, Lehrer und Erzieher haben den Auftrag, die uns anvertrauten Kinderseelen zu jenem Licht zu führen, das ihr Leben und ihr Glück ausmachen wird. Jede Woche möchten wir Sie mit Zitaten von klugen Menschen und Zeitzeugen bekanntmachen, die unseren eigenen Weg erleuchten können. Sagte nicht der heilige Thomas von Aquin: „Schau nicht auf die Person, die redet, doch vertraue alles Gute, das Du hörst, Deinem Gedächtnis an.“ (aus den 16 Ratschlägen des heiligen Thomas von Aquin, „um den Schatz der Wissenschaft zu erlernen“). Viel Freude beim Lesen!

Für alle, die vertrauensvoll in die Hörner blasen, werden die Mauern von Jericho immer fallen.

Pater Vallée (1841-1927)
Dominikaner, Prior der Klöster von Lille, Dijon und Le Saulchoir

„Sein ganzes Leben lang blieb Pater Vallée stolz auf seine normannische Herkunft, und gewiss entsprach er ganz dem Typus jener Männer der Eroberung, jener Seefahrer und Nordländer, deren hochgewachsene Statur, energisches Gesicht und blauen Augen, die zugleich tief und fern blicken und stets die flüchtige Grenze zwischen Meer und Himmel zu mustern scheinen, uns die Chronisten beschreiben… Pater Vallée war ein geborener Anführer. Er hüllte seine Entscheidungen nicht in diplomatische Formulierungen. Einmal vor Gott getroffen, wurden sie so verkündet, als kämen sie von Gott selbst. Diese völlige Unbekümmertheit gegenüber den Reaktionen, die er hervorrufen würde, diese absolute Gleichgültigkeit gegenüber dem Urteil, das man über ihn fällen könnte, verlieh ihm eine Unabhängigkeit und eine Kraft, die bereits siegreich waren. Die Persönlichkeitslosigkeit der Auseinandersetzung entzog der Selbstachtung ihre besten Waffen. Doch Pater Vallée war nicht nur ein Anführer für seine Ordensbrüder. Er war für sie auch ein Freund und ein Vater, der auf ihre Gesundheit achtete, ihnen in ihren Schwierigkeiten beistand und stets bereit war, ihnen behilflich zu sein. Seine Strenge hatte nichts Steifes oder Trauriges an sich. Fröhlich in den Pausen und im Speisesaal erzählte er gern Geschichten, die er mit einer Prise normannischem Humor zu würzen wusste, und er lachte als Erster darüber, mit einem herzlichen, kindlichen Lachen, das sich auf alle um ihn herum übertrug. Er neckte auch sehr gern, und man gab es ihm mit gleichen Münzen zurück. Doch sobald die Glocke läutete, war er der Erste, der in die Stille zurückkehrte und sich dorthin begab, wo die Regel ihn rief. Er kannte nie jene ungeordnete Eile, Seelen zu retten, die den Eindruck erwecken könnte, wir seien für Gottes Werk unentbehrlich. So war dieser große Ordensmann ein großer Optimist. Manche haben ihm dies vorgeworfen und ihm vorgeworfen, er kenne die Menschen schlecht. Es wäre viel zutreffender zu sagen, dass er das Herz Gottes besser kannte als viele andere.“

Amélie de Pitteurs (1871-1960)
Schriftstellerin


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