(Epheser V, 8)
Wir Eltern, Lehrer und Erzieher haben den Auftrag, die uns anvertrauten Kinderseelen zu jenem Licht zu führen, das ihr Leben und ihr Glück ausmachen wird. Jede Woche möchten wir Sie mit Zitaten von klugen Menschen und Zeitzeugen bekanntmachen, die unseren eigenen Weg erleuchten können. Sagte nicht der heilige Thomas von Aquin: „Schau nicht auf die Person, die redet, doch vertraue alles Gute, das Du hörst, Deinem Gedächtnis an.“ (aus den 16 Ratschlägen des heiligen Thomas von Aquin, „um den Schatz der Wissenschaft zu erlernen“). Viel Freude beim Lesen!
Sie können sich also nicht vorstellen, Madame, wie wir seit unserer Niederlassung hier vor sechs Monaten überleben; ich werde Ihnen ebenso offen antworten, dass ich mir selbst keinen Reim darauf machen kann. Ein Tag folgt auf den anderen, und das tägliche Brot wird uns zuteil. Es gibt eine besondere Vorsehung für die von Gott gewollten Gemeinschaften.
Dom Guéranger (1805-1875)
Abt von Solesmes
„Dom Guéranger ging damals auf sein zweiundsechzigstes Lebensjahr zu. Die Ruhe, die übernatürliche Schönheit seiner Seele und seine ständige Verbundenheit mit Gott schienen aus seinem erstaunlich klaren Blick zu strahlen. Man hätte meinen können, er sei nach dem Vorbild des heiligen Benedikt ganz von Glauben und Licht durchdrungen. Wahrlich, er gehörte zu jenen, die wie der heilige Patriarch die vollkommene Übereinstimmung zwischen ihrer Lehre und ihrem Leben hergestellt hatten: non potuit aliter vivere quam docuit. Das Gebet war die Nahrung seiner Frömmigkeit, die tiefe Quelle der Salbung, die sich in seinen Büchern und Gesprächen ausbreitete. Schon seit langem versagten ihm seine körperlichen Kräfte; doch seine Seele war unversehrt und sein Verstand im Besitz seiner vollen Reife. Dreißig Jahre des Klosterlebens waren in Prüfung und Arbeit vergangen, aber auch in unerschütterlichem Vertrauen und großzügiger Treue. Vor der endgültigen Belohnung wollte Gott seinem Diener den Segen einer neuen Vaterschaft gewähren und in den letzten Jahren eines bereits so erfüllten Lebens die Schätze seiner übernatürlichen Lehre unter den Mönchen von Saint-Pierre und den Ordensschwestern von Sainte-Cécile teilen.“
Dom Delatte (1848-1937)
Dritter Abt von Saint-Pierre de Solesmes von 1890 bis 1921
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