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Etwas Unvergleichliches

„WANDELT WIE KINDER DES LICHTES“
(Epheser V, 8)

Wir Eltern, Lehrer und Erzieher haben den Auftrag, die uns anvertrauten Kinderseelen zu jenem Licht zu führen, das ihr Leben und ihr Glück ausmachen wird. Jede Woche möchten wir Sie mit Zitaten von klugen Menschen und Zeitzeugen bekanntmachen, die unseren eigenen Weg erleuchten können. Sagte nicht der heilige Thomas von Aquin: „Schau nicht auf die Person, die redet, doch vertraue alles Gute, das Du hörst, Deinem Gedächtnis an.“ (aus den 16 Ratschlägen des heiligen Thomas von Aquin, „um den Schatz der Wissenschaft zu erlernen“). Viel Freude beim Lesen!

Wahre Menschen zu bilden bedeutet, sie nach dem Bild Christi zu bilden. Doch um wahre Menschen erziehen zu können, muss der Lehrer selbst ein wahrer Mensch sein. Je mehr er sich selbst Christus angleicht, desto besser wird es ihm gelingen, seine Kinder zu Nachahmern Christi zu machen.

Edith Stein (1891-1942)
Karmelitin

„Edith blieb unter uns völlig unbemerkt, obwohl sie den Ruf hatte, äußerst intelligent zu sein. Sie wirkte auf uns sogar ziemlich altmodisch. Immer saß sie in den ersten Reihen des Hörsaals, eine kleine, unscheinbare Gestalt, die ganz in ihre intensiven Gedanken versunken schien; ihr dunkles, glattes Haar trug sie zu Strähnen geflochten und im Nacken zu einem schweren Knoten zusammengebunden. Sie war von einer fast kränklichen Blässe, und ihre großen schwarzen Augen mit dem intensiven Blick wirkten streng, fast abwesend, um unerwünschte Neugierde abzuwehren. Doch sobald man sie persönlich ansprach, erhellte eine unbeschreibliche Sanftheit ihre Augen, und ein bezauberndes Lächeln belebte ihr Gesicht, dessen Züge noch etwas von der Unschuld und Schüchternheit der Kindheit bewahrten. Man kann nicht sagen, dass sie schön oder hübsch war, noch dass sie jenen weiblichen Charme besaß, der das Herz auf Anhieb erobert. Doch es lag etwas Unvergleichliches in diesem Gesicht mit der hohen, von Weisheit geprägten Stirn und den wunderbar ausdrucksstarken kindlichen Zügen – eine friedliche Ausstrahlung –, das man nicht müde wurde zu betrachten.“

Élisabeth de Miribel (1915-2005)
Biographin


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