(Epheser V, 8)
Wir Eltern, Lehrer und Erzieher haben den Auftrag, die uns anvertrauten Kinderseelen zu jenem Licht zu führen, das ihr Leben und ihr Glück ausmachen wird. Jede Woche möchten wir Sie mit Zitaten von klugen Menschen und Zeitzeugen bekanntmachen, die unseren eigenen Weg erleuchten können. Sagte nicht der heilige Thomas von Aquin: „Schau nicht auf die Person, die redet, doch vertraue alles Gute, das Du hörst, Deinem Gedächtnis an.“ (aus den 16 Ratschlägen des heiligen Thomas von Aquin, „um den Schatz der Wissenschaft zu erlernen“). Viel Freude beim Lesen!
Der heilige Pfarrer von Ars wurde gefragt: „Herr Pfarrer, warum hört man Sie kaum, wenn Sie beten, während Sie so laut sprechen, wenn Sie predigen?“ Der Pfarrer von Ars antwortete: „Wenn ich predige, predige ich oft tauben Ohren oder Schlafenden, aber wenn ich bete, habe ich es mit dem lieben Gott zu tun, und der liebe Gott ist nicht taub!“
„Die Wahrheit!
Sie ist unerschöpflich!
Sie ist unversiegbar!
Sie sprüht vor Leben!
Sie ist glühender als dieses schöne Feuer!“
Hl. Jean-Marie Vianney (1786-1859)
Pfarrer von Ars
„M. Joseph hat schon viele Messen gedient, aber noch nie eine wie diese. Und doch ist es dieselbe, die einzige, sich ewig wiederholende, ewig gültige. Aber derjenige, der sie liest, begnügt sich nicht damit, sie zu lesen – obwohl das ausreichend wäre –, er lebt sie, er stirbt sie. Es folgt eine endlose Stille. Pfarrer Vianney, über die heiligen Gestalten gebeugt, betrachtet seinen menschgewordenen Gott. Seinen neugeborenen Gott, seinen leidenden Gott, seinen Gott, der am Ende des Mahles, bei dem er den Menschen seinen Leib hingab, verraten wurde. Da er immer wieder verraten werden wird, wird er immer wieder geopfert werden. Immer noch sterbend, wird er seinen Peinigern immer wieder sein Fleisch zu essen und sein Blut zu trinken geben. Und sein Diener wird wie er von den Seinen verraten und verwundet werden. Er wird ihnen sein Fleisch und sein Blut geben; ihm werden nur noch Haut und Knochen bleiben… Das ist Pfarrer Vianney. Das ist der Priester. „Du willst Priester werden, mein Junge?“ Als Pfarrer Vianney mit dem verwandelten Brot herantritt, scheint es, als hätte er gerade ein Stück seines eigenen, geheiligten Fleisches ausgerissen. Als M. Joseph diese Gabe empfängt, begreift er zum ersten Mal die Größe, die Sanftmut und die Ernsthaftigkeit des Priestertums…“
Henri Ghéon (1875-1944)
Schrifsteller
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